Starke Werte und das Streben nach Innovation waren für die 150-jährige Unternehmensentwicklung wichtig. Und was ist heute gefragt? Im Gespräch mit CEO Katharina Lehmann über Grundsätze und neue Ideen für die Zukunft.
Welche Grundsätze aus 150 Jahren Unternehmensgeschichte und der Generationen von dir pflegst du weiter?
«Das langfristige Denken, den familiären und persönlichen Umgang und die Gewissheit, dass die Ideen, Anregungen und Ambitionen der Mitarbeitenden und die Herausforderungen der Kunden das Erfolgsrezept sind. Und natürlich die grosse Wertschätzung und Leidenschaft für den Werkstoff Holz.»
Was treibt Innovation und Motivation bei Blumer Lehmann?
«Holz bleibt auch in Zukunft unsere Faszination. Das ist unser Fokus, bietet weiterhin viel Potenzial und treibt uns an. Deshalb suchen wir die Nähe zu Forschungs- und Bildungsorganisationen in der Schweiz und im Ausland. Und natürlich beobachten wir auch unsere Mitbewerber. Das alles fügen wir zu einem Gesamtbild zusammen und fördern dadurch unsere Fitness. Häufig arbeiten wir auch mit unseren Marktbegleitern zusammen – als Lieferant oder Partner, in gemeinsamen Holzprojekten oder bei den Herausforderungen, die der Beitrag der Holzindustrie zu einer dekarbonisierten Bauwirtschaft mit sich bringt.»
Blumer Lehmann hat viel in die Zukunft Investiert. Welche neuen Stärken hat das Unternehmen dadurch gewonnen und wofür?
«Wir haben unsere Produktionskapazitäten im Holzbau für Elemente und Module erweitert, an einem Standort gebündelt und die Voraussetzungen für weitere Automatisierungsschritte geschaffen. Auch Bodenund Deckenelemente können wir künftig industrieller herstellen. Die Zusammenführung der Mitarbeitenden aus den Bereichen Verkauf, Projektentwicklung, Planung, Bau und Projektleitung, Produktionsvorstufe sowie aller Services im Stammhaus wird die bereichsübergreifende Zusammenarbeit weiter stärken. Alle Investitionen vertiefen und erweitern unsere Wertschöpfungskette und das Zusammenspiel aller Disziplinen im Hinblick auf die Trends, die wir im Holzbau, aber auch in der Holzindustrie sehen.»
«Alle Investitionen vertiefen und erweitern unsere Wertschöpfungskette und der Zusammenspiel aller Disziplienen im Hinblick auf die Trends, die wir im Holzbau, aber auch in der Holzindustrie sehen.»Katharina Lehmann
Bedeuten die Investitionen und neuen Möglichkeiten auch neue Märkte?
«Die neuen Möglichkeiten erlauben in erster Linie bessere Prozesse, Wertschöpfung und Kapazitäten sowie die Gestaltung von neuen Produkten. Wir schaffen damit die Voraussetzungen, um grössere Holzbauprojekte umsetzen und mehr Module produzieren zu können. Wir haben eine bessere Infrastruktur für unsere Lernenden und für die handwerklichen Tätigkeiten geschaffen. Und wir wollten unseren wertvollen Montagefachleuten bessere Abläufe ermöglichen. Im Hinblick darauf, dass wir neue Kunden gewinnen, aber auch bestehende Kundenbeziehungen ausbauen und vertiefen wollen – in unseren bestehenden Märkten in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Luxemburg.»
Und was kommt nun nach Infrastrukturausbau, Prozessoptimierung und Academy?
«Wir werden sehen. Auf jeden Fall wollen wir den Erlenhof als Ausbildungsort und Inspirationsquelle für uns selbst, aber auch für unsere Kunden, Partner, Lieferanten und Subunternehmer nutzen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter vertiefen. Auch das findet seinen Platz im Konzept unserer Academy.»
Wie bleibt die familiäre Kultur und Zusammenarbeit im Unternehmen trotz Wachstum und Expansion ins Ausland erhalten?
«Kultur kann nur zwischen Menschen entstehen. Deshalb liegt es in der Verantwortung der geeigneten Führungs- und Fachkräfte, den familiären Umgang miteinander zu pflegen, unsere Werte vorzuleben und unsere Mitarbeitenden wertzuschätzen, zu fordern und zu fördern, zu organisieren, zu kontrollieren und erreichbare Ziele zu setzen. Immer im Wechselspiel zwischen Flexibilität und Stabilität, zwischen Tradition und Innovation und im Akzeptieren der Stärken und Schwächen jedes Einzelnen.»
Blumer Lehmann gehört zu den Pacemakern im Holzbau und treibt die Entwicklung selbst voran. Geht es dir schnell genug?
«Unsere Bereiche entwickeln sich in der Summe und im Zusammenspiel sicher schnell genug! Ich stelle aber fest, dass wir als Holzbranche verlernt haben, die richtigen und wichtigen Themen anzugehen bzw. konzentriert und fokussiert an unseren zukünftigen Rahmenbedingungen zu arbeiten. Und als Baubranche insgesamt sind wir nach wie vor träge und nicht sehr innovativ. Hier wünsche ich mir für die Zukunft mehr Umsetzungsgeschwindigkeit und Leidenschaft – insbesondere in einem kundenfreundlichen und gebündelten, effizienten Energiekonzept für Gebäude.»
Was ist deine Vision einer Holzwirtschaft, der Blumer Lehmann immer näherkommt?
«Wir arbeiten mit einem Rohstoff, der in fast allen Ländern auf der Welt vor der Haustür wächst und CO2 sequestriert, speichert und substituiert. Diesen Rohstoff nachhaltig zu nutzen, in Gebäuden langfristig zu verbauen und mit den anfallenden Restprodukten Absatzmärkte zu finden oder Energie zu erzeugen, ist ein Konzept, das überall auf der Welt viel Sinn ergibt. Ich freue mich, dass die Wirkungskreisläufe von Forst- und Holzwirtschaft zunehmend als Gesamtsystem betrachtet und die sich daraus ergebenden Leistungen erkannt werden. Und dass sich Alle Investitionen vertiefen und erweitern unsere Wertschöpfungskette und das Zusammenspiel aller Disziplinen im Hinblick auf die Trends, die wir im Holzbau, aber auch in der Holzindustrie sehen. der Holzbau technologisch entwickelt sowie zurück in die Städte findet. Unserer eigenen Vision der Wertschöpfungskette kommen wir immer näher: Das Rundholz wird angeliefert, und das, was am Ende übrig bleibt, wird in der Stromleitung abtransportiert. Und dazwischen entstehen wunderbare Holzbauten in Zusammenarbeit mit Architekten, Planern und Partnern.»